
Die Hotelzimmertür fällt ins Schloss. Vor mir ein langer Flur. Am Ende des Flurs liegt eine Schlange auf dem Boden. Sie ist riesig. Langsam kriecht sie auf mich zu. Ich rette mich ins Notfall-Treppenhaus. Panik befällt mich. Ich kriege kaum Luft. Und bis ich unten bin, kommen noch 24 weitere Stockwerke. Ich kann nicht sagen was mich mehr fertig macht. Die Schlange oder dieses gottverdammte Treppenhaus. Endlich unten in der Lobby angekommen, lauter Schwarze. Überall Schwarze. Ich hasse dieses stinkende Pack. Ich muss hier raus. Ich halte mir ein Taschentuch vor den Mund und stolpere auf die Strasse. Nein Monsieur, ich will kein Taxi. Taxis bringen Unglück. Und dann diese Menschenmassen. Es ist der 14. Juli. Auch das noch. Zurück in die Lobby. Schweißgebadet steuere ich auf die Rezeption zu. Man solle mir ein neues Zimmer geben. Irgendwo auf einer anderen Etage. Von der Schlange sage ich nichts. Ich kriege die neuen Schlüssel und begebe mich in den Aufzug. Die Frau neben mir trägt ihren kleinen Köter auf dem Arm. Er guckt mich an. Dumm wie ein Hund nur gucken kann. Dabei wird mir schwarz vor Augen. Man hilft mir wieder auf die Beine. Ich sage nichts. In meinem neuen Zimmer angekommen, schaue ich zuerst unters Bett. Dann hinter die Vorhänge und in die Badewanne. Niemand. Ich lege mich aufs Bett und fange an zu weinen. Ich weiss genau, dass ich nicht alleine bin. Da ist er, da bin ich und da ist der Krebs. Ich habe Angst.