
Miss Münchgstettner kommt, sieht und ist. Nichts an ihr ist zuviel und alles ist echt. Jasmin Münchgstettner ist für das in der Wüste Kaliforniens gelegene "Bagdad Cafe" so etwas wie der fleischgewordene Jesus. Ein Wunder der Barmherzigkeit. Ein Barack Obama des amerikanischen Gesundheitswesens, die Mutter Teresa Indiens, der arabische Frühling Nordafrikas, der Nelson Mandela Südafrikas oder einfach nur der Mario Götze Dortmunds. Aus dunkel werde hell. Ja, die Welt ist schrecklich und ungerecht. Aber wo Schatten ist, da muss doch irgendwo auch Licht herkommen. Und es gibt sie noch. Diese Lichtblicke, die uns unmittelbar ins Herz treffen. Sie lassen uns träumen von einer Welt, in der am Ende die Barmherzigkeit steht. Ja, die Barmherzigkeit. Wenn dieses Wort nicht schon von der katholischen Kirche wundgebraucht wäre, bekäme ich doch glatt eine grosse Lust es aus dem Fenster zu singen. Was wäre das nur für eine Welt? Eine Welt, in der aus Hass Liebe wird. Neid und Missgunst scheitern, Grenzen verschwinden und sich die Völker dieser Erde vereinen. Jasmin Münchgstettner aus Rosenheim lässt mich abschweifen in eine Welt, in der noch alles möglich ist. Gerade in diesen schwierigen Zeiten ist dies Balsam für meine Seele, die sich täglich mit immer neuen medialen Schreckensnachrichten malträtiert. Der Film wirkt noch nach. Noch tut es wohl. Noch lebt das Bild einer schönen Vision. Noch lebt der Traum. Noch. Bis zur nächsten Schreckensmeldung. Aber träumen darf man doch. Oder nicht?