Montag, 7. Oktober 2013

To be or not to be (1942) - Ernst Lubitsch

"Also ich hab mir da ja gedacht, da wo du so reinkommst und ich dann so.. Also naja, ich hab mir gedacht, da könnt ich das Ganze ja so betonen, dass...". Und so weiter und so fort. Schauspieler.. Kennt man ja. Gebt ihnen ein paar Sätze und schon fangen sie an daran herumzudrehen. Solange bis daraus, sofern das Publikum will, endlich richtige Lacher werden. "Die Leute müssen hier einfach lachen. Müssen die, ganz klar. Die werden alle aus ihren Stühlen fallen." Sicherlich, Kracher werden das. Was denn sonst. 

Menschen, die nicht das Glück (oder das Unglück) haben Schauspieler in ihrem Umfeld zu haben, sei gesagt: Diese verwundbare und ungeschützte Spezies kann ohne dieses Berufsdoping Lacher nicht leben. Es reicht einfach nicht aus, dass sie allen Menschen auf allen Partys dieser Welt erzählen müssen, dass sie Schauspieler sind. Es reicht auch nicht, dass sie sich für Künstler halten. Nein. Die einzige Anerkennung, die sie wirklich brauchen sind Lacher. 

Lacher, bitte gebt uns Lacher! Platziert uns in den dunkelsten Winkeln der Bühne, verschiebt die Scheinwerfer. Egal. Solange die Lacher nur kommen ist es uns vollkommen schnurz, ob wir von denen da unten jetzt gerade gesehen werden oder nicht. "Hat er gelacht? Hat er? Also ich glaube ja. Der sitzt doch heute Abend drin hast du gesagt. Doch doch, der hat gelacht. Ich hab's genau gehört. Und sie auch. Stell dir mal vor. Sie auch! Die ist doch sonst so supertrocken. Sie hat gelacht. Wegen mir, wegen mir! (wie geil ist das denn)". Und so geht das jeden Abend nach Einbruch der Dunkelheit. Jeden Abend diese Ungewissheit. Jeden Abend diese eine bange, existenzielle und alles überschattende Frage: "Do they laugh, or do they not laugh?". Doesn't matter ob das jetzt da reinpasst in das Stück oder nicht. Und doesn't matter ob ich das dann vielleicht sogar erzwingen muss. Hauptsache they laugh (hauptsache they like me).