Und ich dachte immer Privatisieren sei gut. Privatisieren klang für mich immer nach Effizienz, nach Gewinn und Arbeitsplätzen. TINA. There Is No Alternative. Ja, irgendwie klang das einleuchtend und überzeugend. Dieses Andere klang zu sehr nach Kommunismus. Etwas, was schon einmal da war und offensichtlich nicht funktioniert hat. Und schauen wir uns doch um. Läuft ja. In der Schule war mir der Kommunismus unsympathisch. Gott war ich froh in der Schweiz auf die Welt gekommen zu sein. Gott war ich froh, dass wir unsere Banken haben. Heute fällt mir auf, dass mir der Begriff Kommunismus nie wirklich richtig erklärt wurde. Warum eigentlich? Wahrscheinlich war ich noch zu jung. Vielleicht hatten die Lehrer aber auch schlicht kein Interesse daran dem Schüler den Kommunismus auch nur ansatzweise zu erklären, geschweige denn schmackhaft zu machen. Denn die Schüler hätten ja Gefallen daran finden können.
So ein Denkfehler widerspricht uns homo ökonomen fundamental und erschüttert unser seeliges Gewinnstreben zutiefst. Nein. Niemals. Das ist doch albern.. ausgeschlossen! Dass Kommunismus aber auch Gemeinschaft, Solidarität und Liebe bedeutet, das wurde mir leider nie beigebracht. Dafür erinnere ich mich noch an die Brille von John Major. Die ist mir geblieben. Der Mann sah irgendwie vertrauenserweckend aus. An Margaret Thatcher kann ich mich nicht mehr erinnern.
