Sonntag, 15. Januar 2012

Drive (2011) - Nicolas Winding Refn


Der Fahrer spricht nicht gern. In der Wohnung seiner Nachbarin steht er da und es ist kein Blick zu wenig, doch jedes Wort zu viel. Sie steht vor ihm und es ist alles klar. Der Fahrer und die Nachbarin schauen sich an und arbeiten an der Entwertung der Worte. Nur das Nötigste, der Rest wird ausgelöscht, wird gar nicht erst aufkommen. Die Liebe spricht für sich, braucht keinen Mund. Die beiden begegnen sich von Anfang an in einer Art magischen Zwischenwelt. Man will es nicht beschreiben. Es ist einfach da. Seit er das erste Mal in ihrer Wohnung war, sind sie beide verliebt, bedingungslos bis aufs Herz, bis aufs Blut. Der Wert dieser einen Million, an die er geraten ist, interessiert ihn nicht. Ob diese Million nun irgendwo auf einem Konto liegt oder in einer Sporttasche durch Los Angeles getragen wird, ist nebensächlich. Eine Million ist eine Million - und somit eine Bürde. Die Religion des Dollars wird noch ein bisschen andauern, der Glanz dieses schmutzigen Papiergelds wird wohl so schnell nicht zu Ende gehn. Doch wird wohl die Liebe zwischen dem Fahrer und der Nachbarin zu Ende gehn, so mutmasse ich. Anders als der Glanz des schmutzigen Geldes. Dieser wird überdauern, ganz bestimmt. Warum mutmasse ich eigentlich nicht umgekehrt? Für die ewige Liebe und gegen das ewige Geld. Warum nur?