Donnerstag, 24. November 2011

I'm not there (2007) - Todd Haynes


Wer ist Bob Dylan? Ein mehrgesichtiger, vielbeiniger, strubbeliger, verquerer Querkopf oder einfach nur ein Mensch, der ist, der atmet, sich umschaut, der lebt und nebenbei noch Musik macht? Letzteres, ganz klar, blöde Frage. Doch hier ist noch eine Frage: Ist Bob Dylan politisch? Natürlich. Alles ist politisch. Alles und nichts. Taugt Dylan als Führer? Na klar. Will er das? Nein, wieso auch. Führer führen in den Dreck. Wir sind alle frei. Das weiss er, doch wissen wir es auch? Wir nehmen die Schuhe unter die Arme und laufen los. Wohin wir wollen. Auch wenn die Freiheit immer wieder beschnitten wird, immer wieder getreten und zerstückelt wird - Dylan ist da und mit ihm die Freiheit. Seine Musik denkt nicht in Grenzen. Grenzen bricht er auf und das Ende lässt sich nicht - denken. Es ist offen. Wird es jemanden wie Bob Dylan je wieder geben? Nein. Dylan ist einzigartig und ist es doch auch nicht. Sein Erbe ist unermesslich und es wird grosszügig verteilt. Freiheit in der Musik existiert, sie ist da, sie lebt und es ist jetzt die richtige Zeit ihr zuzuhören. Es steht alles da. Es ist geschrieben. Geschrieben von vielen Musikern und Gruppen, die Dylans Erbe angenommen haben und der Welt ihre Freiheit wiedergeben, zumindest musikalisch. Aber aus dieser Musik der Freiheit wird eine neue Freiheit entstehen. Die Freiheit vom Geld, die Freiheit von Besitz, die Freiheit von Macht. Dylan ist Freiheit, Dylan ist Liebe, Dylan ist Leben. Danke.