Montag, 12. April 2010

Nueve Reinas (2000) - Fabián Bielinsky

Argentinien ist ein zivilisiertes Land. Die haben sogar Geschäftsleute. Die rennen da ständig rum in dem Film. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, der Film spiele in New York. Und tolle, fortschrittliche Hotels haben die. Da werden Geschäfte abgewickelt – in Argentinien! Weit und breit keine Rinder, keine armen Menschen, kein Wirtschaftskollaps, kein Fussball. Ja, auch das ist Argentinien. Da staunt der Mitteleuropäer. Die sind ganz und gar nicht rückständig da unten. Da irgendwo in Südamerika. „Nueve Reinas“ erinnert an den Film „Pickpocket“ von Robert Bresson. In gewiefter Manier ergaunern sich die beiden Hauptdarsteller immer mehr Pesos zusammen. Was? Pesos? Keine Euros? Ach ja, Argentinien ist ja nicht in der EU. Argentinien ist in Südamerika. Südamerikaner stellt man sich aber doch irgendwie ein bisschen anders vor. So etwa wie man sich einen Brasilianer oder einen Peruaner vorstellt. Aber so? Die sehn ja aus wie wir. In „Nueve Reinas“ geht es um Vertrauen und Gewissensbisse. Der Film ist gut. Was bleibt, ist wenig. Diego Maradona mit dem Weltmeisterpokal 1986. Warum auch immer.