Mittwoch, 31. März 2010

L´entfant (2005) - Luc & Jean-Pierre Dardenne

Arbeiten ist für Arschlöcher“, sagt Bruno. „Hm“, denke ich. Wird arbeiten denn nicht sowieso total überbewertet? Kann man denn sein Leben nicht einfach nur damit finanzieren, indem man irgendwelche Sachen verkauft und sich so irgendwie, arm aber glücklich, über Wasser hält? Irgendwie, irgendwo, irgendwann. Da fängts doch auch schon an. Was für Sachen denn bitteschön? Und vor allem – wo kriegt man die her, diese Sachen? Ich meine, 450 Euro für so ein Mini-DV-Gerät sind doch nicht schlecht? Damit kommt man doch mal ein Zeitchen über die Runden. Oder? Doch, wo kommt es her, dieses Mini-DV-Dings? Gut, wenn man da ein Baby zur Hand hat. Ich meine, eins auf die Welt zu stellen, scheint nicht so schwer zu sein. Und jetzt ist es nun mal da. Also wird es verkauft. Für 4´500 Euro. Aber so ein Baby zu verkaufen geht doch wohl gar nicht. Oder? Jaja. Aber was, wenn es nicht seins ist? Wenn das Baby von der Konkurrenz produziert wurde? Ist es dann gerechtfertigt, dass er, Bruno, das Baby verkauft? Nein nein nein. Natürlich nicht. Und schon gar nicht für 4´500 Euro. Ja, aber, aber. Und für 100´000? Bruno verkauft. Für 4´500. Sonia ist lange sauer. Dass Bruno und Sonia in der letzten Szene des Films trotz frostigen vergangenen Wochen beim Besuchstag im Knast zusammen hemmungslos weinen, ist dann wohl Liebe. So für den Moment ist das dann wohl wirklich Liebe. Und so für den Moment ist das schön.